Teil 3

In der Ferne zwischen glühend heißen Lavaflüssen und gigantischenMaschinen sah ich eine dieser kleinen, bösartigen Kreaturen. Sie trugeinen hohen mir unpraktisch erscheinenden Helm. Ich konnte mir nichterklären, was dieser für einen Zweck haben sollt. Im Kampf schien ermir eher hinderlich zu sein. Beim Näherkommen konnte ich jedocherkennen, dass dieses mächtige Rüstungsstück reich verziert war.Möglicherweise nutzten es die Zwerge jenseits der großen Gebirge alseine Art Statussymbol. Auch der Bart des Zwerges war mit Broschenverziert, die ähnliche Symbole trugen wie der Helm. Viele waren mirfremd, andere waren mir bekannt. Sie strahlten bereits beim Hinsehendie abgrundtiefe Bösartigkeit des Chaos aus. Ein kalter Schauerüberfiel mich. Mit jedem Schritt, den der Ork auf den kurzbeinigenFiesling zuging, konnte ich die kleine Gestalt besser erkennen.
Den Bart trug er nicht offen. Er hatte ihn zu einer dichten Rolle ausHaaren zusammengedreht, ähnlich wie es manche Frauen aus Bretonia mitihrem Haupthaar taten. Die Rüstung des Zwergs war aus einem düsterenbronzefarbenen Metall, das einen trügerischen Schimmer verbreitete. Niezuvor hatte ich ein solches Metall gesehen. Ich durchforstete meineErinnerung, ging viele der zahlreichen Schlachten durch die ichgeschlagen hatte, Gegner für Gegner suchte ich in meinen Gedanken nacheinem derartigen Rüstungsstück. Erfolglos. Die einzige Möglichkeit war,dass die Chaoszwerge hier unten in den Tiefen des Vulkans auf diesenRohstoff gestoßen waren und ihn sich jetzt zunutze machten. Ich hofftebei Sigmar, dass keinerlei Magie in diesem unwirklich erscheinendenMaterial gebunden war. Andernfalls hätte der Feind sicherlich einemächtige Waffe, die ihn uns Menschen überlegen machen würde.
Bevor ich meine Gedanken zuende führen konnte stürzte ich zu Boden. DerOrk hatte mich unsanft zu Füßen des Zwerges geworfen. Jener sah michnun aus der Nähe an. Ich spürte wie sein bohrender Blick meinen Körperdurchzog und versuchte jeden Gedanken aus meinem Kopf zu verdrängen,aus Angst er könne sie lesen. Die tiefe Stirn und die ausgeprägtenbuschigen Augenbrauen in Verbindung mit einer hässlichen Hakennaseverliehen der kleinen Kreatur ein bedrohliches Äußeres.
Ich versuchte aufzustehen, doch durch einen unsanften Ruck wurde derVersuch einer Bewegung abrupt im Keim erstickt. Der Ork hatte seinengigantischen metallbeschlagenen Stiefel auf meinem Rücken abgestellt.
„Das ist er also.“ Der Zwerg schaute mir tief in die Augen und hatteein bösartiges Grinsen auf seinen schmalen Lippen. "Einen solchenFeigling machen die Menschen des Imperiums zu einem Anführer ihrerKompanien?" Der krummnasige Zwerg schüttelte voller Unverständnis denKopf, wobei sein großer Helm leicht hin und her schaukelte. Ich warwütend, holte einen tiefen Zug Luft und wollte meinem Peinigerantworten. "Dieser dümmliche freche Zwerg mit seinem lächerlichenHelm", schwirrte es mir durch den Kopf. Ich entschied mich aber bessermeinen Mud zu halten.
"Wir haben richtige Heerführer" fügte der Zwerg hinzu "keine dünnenheruntergekommenen Feiglinge!" Ich kochte vor Wut versuchte aber sie inZaum zu halten.
Mit einem ausgestreckten Finger deutete das Wesen auf mich "Du wirstsie kennen lernen, denn wir ziehen in den Krieg." Ein lautes dreckigesGelächter dröhnte aus dem Hals des Kleinwüchsigen und erfüllte die vonLava ausgehöhlten Gänge des Berges. "Und DU wirst uns begleiten".