Teil 2

Als ich wieder zu mir kam hatte sich die Szenerie nicht grundlegendgeändert und dennoch erschien mir meine Lage jetzt noch bedrohlicherund furchteinflößender. Ich spürte etwas abgrundtief böses, was in derLuft zu liegen schien. Diese bösartigen Schwingungen verstärkten sichmit jedem Meter, den mein übelriechender riesiger Träger auf denriesigen Bohrturm in mitten des Vulkans zuschritt. Der ohrenbetäubendeLärm vieler großer Maschinen verschluckte alle anderen Geräusche, dieich zuvor tagelang hören musste. Die gequälten Schrei Gefangener, dasBrüllen dieser mechanisierten Orks und das stetige Brodeln der Lavawaren nun nicht mehr wahrzunehmen. Einzig der stechende Geruch vonRauch und Schwefel war noch immer zu vernehmen.
Je näher wir kamen, desto deutlicher war es mir möglich, die Maschinenund das Herumrennen der vielen Sklaven besser zu erkennen. Es erinnertemich an einen Ameisenhaufen, in dem ein Außenstehender ebenfalls keineOrdnung zu erkenne vermochte und dennoch alles nach einem überausgeregelten, fast schon diktatorischen System agierte. Ich konnte nurwenige Menschen erkennen. Ihre Zahl ließ sich an beiden Händenabzählen. Es waren ausgemergelte Gestalten, die dem Tod näher schienenals ein tollkühner Held in mitten eines Orklagers.
Die breite Masse der Sklaven stellten die kleinwüchsigen Goblins, Orkswaren ebenfalls zu Hauff vertreten. Mir schien es jedoch so, als würdendie großen Orks weniger arbeiten und vermehrt die Chaoszwerge indisziplinarischen Maßnahmen gegen die schwächsten in der Ketteunterstützen. In dieser unwirklichen unmenschlichen Szenerie sah ichdie Peitschen der krummnasigen Zwerge und der größten der Orks auf diekleinen Kreaturen herabzischen. Die aufgerissenen Münder und diehervorgequollenen Augen der Gepeinigten ließen auf Schrei undgigantische Schmerzen schließen. Sicher sehnten sich viele den baldigenTod herbei. Die Geschöpfe taten mir Leid. Obwohl auch diese Kreaturenunser Reich oft bedrohten und im Krieg wenig angenehme Gegner waren.Wenigstens machten sie keine Gefangenen und schenkten den Unterlegeneneinen schnellen Tod, dachte ich mir. Meine Gedanken überschlugen sich.Sollte auch ich hier arbeiten müssen? Angst breitete sich aus und injenem Moment hatte mein Träger ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Erschien meine Angst zu spüren, sie zu riechen.