2.Platz: "Schwaches Menschlein" von Glorin

Personen:
Malak Hohenstolz -> Feldherr
Haluk Dragar -> Streitsüchtiges Ratsmitglied
Milan Kirchner -> Ratsmitglied
Diego Durak -> Ratsmitglied
Gilada -> Verräterisches Ratsmitglied
Pater Fakhr -> Priester
Narak -> Feldwebel der 2Kompanie
Norek -> Soldat der 3Kompanie
Kurfürst Drakenbork -> Kurfürst des Imperiums


Gefallene vor der Schlacht:
„Alarm,Sie kommen!“, fegte der Ruf eines Reiters durch das Lager, der seinPferd trotz des wenigen Platzes anspornte und dabei Zelte umriss.Kinder schrien. Hektik brach aus. Alle liefen zu ihren Waffen. Nur ineinem Zelt herrschte Ruhe. Niemand rührte sich. Erst als der Reitereintraf erhob sich einer der Männer und seine gebieterische Stimme fuhrihn an: „Du reitest sofort zu Waffenkammer zurück und lässt dicheinkleiden. Danach meldest du dich als Krieger in der Reiterstaffel.“
Unterwürfigzog der Reiter an den zügeln und ließ das Pferd zurück preschen, dabeiüber seine Schultern ein: „Jawohl Sir“, brüllend.
Nun drehte sichder Aufgestandene zu seinem ältesten Rat um und stellte fest dassdieser in eine hitzige Diskussion verfallen war. Ohne sie zuunterbrechen lauschte er ihr:
„… Gebot ist zu befolgen.“, beendete gerade Haluk schneidend seinen Satz, dessen Anfang er nicht gehört hatte.
„DasGrundgesetz der reinen, praktischen Vernunft besagt handle so, dass dieMaxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinenGesetzgebung gelten könne.“, wurde ihm von Gilada entgegnet. DerFeldherr Malak wollte sie schon unterbrechen, genauso unwirsch wie eres bei dem Reiter gerade eben noch getan hatte. Doch dann wurde erneugierig. Er lauschte dem hitzigen Disput.
„Nein, wir müssen Treusein unsere Pflicht vor Gott erfüllen!“, schrie Haluk erbost zurück undließ seine Faust auf den Tisch nieder kehren.
„Sind wir Treu underfüllen wir nur unsere Plicht. Wird dies zu unserer unnachlässigenBedingung desjenigen Wertes, den sich Menschen allein selbst gebenkönnen - Nein, sogar geben müssen - führen.“, Gilada antwortete wiederin seinem provozierenden langsamen Ton. Mit dem er schon dutzende MaleHaluk zu Weißglut gebracht hatte.
Zu dem Erstaunen von Malak gingHaluk nicht auf die Provokation ein und spie zwar die Worte aus, aberblieb bei ihnen genauso Sachlich wie bisher: „Nein wir müssen sohandeln aus Pflicht und der Pflicht willen.“
Gilada wechselte wiederdie Taktik und sprach diesmal spöttisch zu Haluk: „Hm, gilt es nicht,jede zu Endgültigkeit fest werdende Gestalt zu durchbrechen, alledenkbaren Standpunkte in ihrer Relativität zu beherrschen; und gilt esnicht, in jeder Weiße des Umgreifenden bewusst gegenwärtig zu sein,alle Weisen der Mittelbarkeit zu vollziehen?“
„Jede Vernunftverbietet es dir zu dissidieren und damit tausende in den Tod zureißen.“, Haluk sprach von Dissidieren. Um was ging es den nun wirklichin diesem Geschwätz, fragte sich Malak gerade als sein Ohr die nächstenWorte vernahm:
„Um der Gleichheit und Freiheitwillen die duverlangst, in ihrer Materie zu erfüllen würde ich sterben. Aber nichtum die entartete Struktur unseres Landes zu schützen und mich ihr zuunterwerfen.“, dass konnte doch nicht sein, dieser Hornochse Giladazweifelte wirklich an ihren System. Er musste eingreifen ehe es zu spätsein würde, somit mischt er sich mit den Worten ein:
„Deine Aussageüber unser System und der konstitutioneller Monarchie ist eineFrechheit höchsten Grades und fordert die Eliminierung von dir und deranderen deiner Glaubensverfechter.“ Anders als Malak vermutet hatteschwieg Gilada nun aber nicht, sonder sprach weiter:
„Die ihr alsFehlgeleitete bezeichnen würdet, da sie Leben um des Lebenswillen?“ Dieröte schoss Malak in das Gesicht. Doch er wollte seinen GefährtenGilada nicht aufgeben. Dies forderte zwar das Gesetz, aber er standüber dem Gesetzt. Also konnte er auch Hochverrat so auslegen wie erwollte. Somit zischt er Gilada die Frage zu:
„Wiederruft ihr eureAussagen? Dann bleibt ihr verschont.“, oder bettelte er sie inWirklichkeit? Das war kaum zu erkennen, denn sein Gesicht hatte er zueiner hässlichen Fratze verzogen, die keine genaue Deutung duldete.
„Dasheimliche Leben eurer Seele, das anders als euer äußeres Scheinbildsich in den Himmel erhebt und erst nach dem Tod eurer grausamenunterjochenden Hülle; die oberen Seelenkräfte und somit das höhereLicht öffnen kann wird verziehen werden. Aber nicht euch der Hülle desGrauens. Ihr werdet in der Hölle schmoren.“, diese offene Drohung vonGilada schwebte im Zelt. Eine Drohung und Beleidigung die selbst Malaknicht ignorieren konnte.
Zu seinem Erstaunen öffnete Haluk wiederden Mund und fragte in höchstem Grade interessiert: „Ihr sprecht vonden Urnotwendigkeiten des Inneren Lebens?“
„Ja und von der äußeren Verderblichkeit.“, beantwortete Gilada schnell die Frage.
Malaksah Gilada wütend an. Bestrafen musste er ihn auf jeden Fall, aber erkonnte eventuell noch Giladas Leben verschonen, mit zitternder Stimmesagte er: „Du meintest aber nicht insbesondere mich; und bist jetztbereit all deine Thesen zurück zu ziehen, oder? Du wirst jetztwiederrufen und dafür die Erlösung Gottes erlangen!“
Anders alsMalak erwartet hatte, wurde er angeschrien: „Nein, ich werde nichtwiederrufen!“ Kaum war dieser Satz über die Lippen von Gilada gekommenwar allen Anwesenden klar. Noch vor der Schlacht würde Gilada alsVerräter am Strick verenden.

Die Befehle von Malak zischten überden Platz. Sofort kamen 3Priester angerannt obwohl Malak nur auf einenbestanden hatte. Wieder lies Malak seine Stimme über den Platz donnern:
„Wirsind hier zusammen gekommen um den gottlosen Verräter Gilada an unserLand und König zu bestrafen. Im Angesicht von drei meiner höchstenRatsmitgliedern Haluk Dragar, Milan Kirchner und Diego Durak und meinerAnwesenheit Malak Hohenstolz hat er Hochverrat begangen. Um dieseGräueltaten zu beseitigen wird er jetzt am Strick verenden. Unter denAugen von Pater Fakhr.“

Der leicht rundliche Pater beugte sichzu Gilada herunter und fragte ihn mitleidig: „Möchtest du deine Beichteablegen, bevor du dem Allmächtigen entgegen trittst?“
Zu seinementsetzen begann Gilada nur laut zulachen. Als er sich schließlichtraute ihn zu fragen, ob er über Sigmar lache. Bekam er die Antwort:„Nein, sondern über dich“, entgegen geworfen. Mit der er nichts anfangekonnte.
Dies bemerkt Gilada sofort und sprach nun mit vor Arroganztriefenden Worten weiter: „Allmächtig nennst du ihn? Ich kann dirbeweisen das er es nicht ist.“
Stirnrunzelnd und mit bebender Stimme fragte er: „Und wie gedenkst du es zu tun?“
Giladalachte wieder hysterisch auf und fuhr dann fort: „Wenn dein Gottwirklich allmächtig ist, dann müsste er doch ein Stein erschaffenkönnen, der so schwer ist das er ihn nicht mehr hoch heben kann, oder?“
„Natürlich kann er das!“ antwortete gleich der Priester.
„Wenn er dies kann, dann kann er ihn aber nicht hoch heben, oder?“, fragte Gilada Scheinheilich weiter.
Der Priester entgegnete sofort wider: „Natürlich kann er ihn hoch heben, er kann alles!“
„Wenner ihn hochheben kann ist der Steine aber nicht so schwer, als wenn erihn nicht hochheben kann, oder?“, hackte Gilada nach.
„Natürlich nicht.“, echote der Pater.
„Somithat er es nicht geschafft einen so schweren Stein zu erschaffen den ernicht hochheben kann. Damit dürfte bewiesen sein das Gott nichtallmächtig ist.“, bevor Gilada seinen Satz beendet hatte bemerkte er,dass er den Priester geschlagen hatte.
Doch dieser wollte seineNiederlage nicht eingestehen und rief laut aus: „Dieser Mann ist vondem Chaos infiziert! VERBENNT IHN!“
Man packte Gilada sofort, aberanders als er erwartet hatte, wurde er nicht erhängt, sondern auf einenschnell, provisorisch errichteten Scheiterhaufen geworfen und verbrannt.


Angst vor der Schlacht:
EinReiter preschte durch das Lager, ohne anzuhalten als ein Kind unter dieHufe seines Rosses kam. Das Kreischen einer Frau durch drang die Menge,die nun zu ihren toten Knaben stürzte, der vielleicht acht Lenzengezählt hatte. „Warum Sigmar, warum er? Mein einziger Sohn, warum hastdu ihn mir genommen? Was…“ Ihr lautes Schluchzen wurde von einerbarschen Stimme durchbrochen: „Alle zurück auf ihre Position sofort.“Die Menge zerstreute sich sofort wieder. Nur die Frau blieb schluchzendneben dem Kind liegen. Der Herold fuhr sie an: „Wir haben Krieg, dagibt es Tote. Lass deinen Sohn los und geh sofort in dein Zelt zurück.“Die Frau rührte sich keinen Millimeter und begann nur noch lauter zuschluchzen. Der Herold packte sie an ihren Schultern und riss sie hoch.Sie versuchte dabei verzweifelt ihren Sohn zu umklammern. Der ihr aberaus den Händen rutschte. Der Herold schrie sie noch einmal an: „Es warein Befehl von mir, dass du verschwinden sollst“. Dabei trat er gegenden hübschen blonden Kopf des gefallenen Knaben.“Der ein lautes Knackenvon sich hören ließ. Die Frau sprang auf und schlug auf den Herold ein.Der sie aber Mühelos zurück in den Dreck schmiss und schrie: „DuMiststück wagst es einen Höheren anzugreifen.“ Seine Hand flog voneiner zu anderen ihrer Backen. Leise, so leise das es kein andererhören konnte, flüsterte er zu ihr: „Wärst du schöner würde ich mich andir vergehen, aber so bleibt nur deine Tochter über.“ Kaum hatte dieFrau diese Worte wahrgenommen sprang sie wieder auf und schlug auf ihnein. Lächelnd zog der Herold sein Schwert lies es auf sie nieder fahrenund schrie: „Sie hat sich an mir vergangen. Aber jetzt ist es vorbei.Alle zurück auf ihre Positionen!“ Doch kaum hatte er den Satz zu Endegebracht. Spürte er einen Schlag gegen seinen Helm donnern. Einweiterer Krieger war aufgetaucht, der das Gesicht des Herolds zu einerundefinierbaren Masse verformte. Ehe einige Krieger seinen Angreifervon ihm weg zerrten. Es war ein breitschultriger Mann mit dem gleichenblonden Haar des Jungens. Wahrscheinlich sein Vater. Verzweifeltversuchte er sich aus den Griffen der Soldaten zu befreien. Aber ohneErfolg. Ein Arzt kam angerannt um das Gesicht des Heroldes zuversorgen. Doch er lehnte die Hilfe ab und rief: „Alle zurück auf ihrePositionen.“ In die Richtung schauend in der er die Feinde erwartete.


Der Aufstand:
Kaumhatte sich der letzte Tumult den das tote Kind verursacht hatte gelegtund kaum waren die Schreie des Mannes auf dem Scheiterhaufenverklungen, entstand der nächste Aufruhr. Ein Truppe Soldaten hattenmit einem Ochsenkarren die Straße versperrt und auf dem Karren 2Fußüber den Boden stand ein Soldat der zu einer Hasspredigt ansetzte:„Diener Sigmars, meine Freunde und Kumpanen höret mir zu. Wir daseinfache Volk, wir die unsere Herren bedienen, wir die unser Landzusammen halten, wir sollen wieder fallen. Damit die Grafen sich imEssen wälzen können, während wir verhungern? Damit die hohen Herrenweiter auf uns herum trampeln können. Uns als Vieh ansehen undantreiben können. Nein wir müssen uns wehren. Steht mir bei in diesemKampf gegen unsere Herren. Wir können nicht zulassen, dass sie weitereunschuldige Kinder und Frauen umbringen und ihre Männer zu Sklaven derArmee machen. Wir können…“, weiter kam er nicht. Ein Bolzen hatte seineKehle durchschlagen. In der Menge vor dem Aufsässigen brach Hektik aus.Die hinteren rückten vor um zusehen was passiert war und die vorderennach hinten weg von der Leiche. Doch auch diese Unruhe verflog schnellwieder als ein Trupp Reiter erbarmungslos auf die Versammlung lospreschte und alle in ihren Weg umrissen. Die Soldaten verflüchtigtensich wieder. Die letzten welche ausgeharrt hatten verschwandenspätestens als einer der Reiter schrie: „Alle zurück auf ihrePosition!“ Nach dem der Wagen weg gerollt worden war erinnerte nur nocheine dunkle Blutlache an den kleinen Aufstand.


Malaks Rede nach dem Aufstand:
„…So ist der Aufrührer heute der große Ketzer zur restlosen Zerstörungdes Imperiums. Wo immer wir in der Welt Angriffe gegen das Imperiumhören, sind Gottlose ihre Fabrikanten, gleich wie ja auch im Friedenund während des Krieges die Gottlosen reden und ihre Presse den Hassgegen das Imperium planmäßig schürte…
Die Gedankengänge derGottlosen dabei sind klar. Die Zerstörung des Imperiums, d.h. dieAusrottung der völkischen angeborenen Intelligenz und die dadurchermöglichte Auspressung der Imperialen Arbeitskraft im Joche derGottlosen Finanzwelt ist nur als Vorspiel gedacht für dieWeiterverbreitung dieser gottlosen Welteroberungstendenz…“, nachdemMalak seine Rede beendet hatte sah er zufrieden durch seineZuschauerscharr. Alle hatten ihm an den Lippen gehangen. Reden konnteer schon immer schwingen. Egal ob er hinter ihnen stand, oder sich inWirklichkeit für seine Worte verabscheute; er fuhr weiter fort nacheiner kurzen Pause: „Die Außenpolitik des Imperiums hat die Existenzder durch ihr Reich zusammengefassten Rasse auf ihren Planeten sicherzustellen … Nur ein genügend großer Raum auf dieser Erde sichert einemVolk die Freiheit des Daseins…“, wieder macht er eine Pause und sah dasjubelnde Volk an. Er hatte sie genügend aufgehetzt jetzt hieß es wiederihren Glauben an das Imperium mit einfachen Worten zu stärken. Ersetzte zum letzten Teil seiner Rede an: „Die völkische Weltanschauungerblickt die Bedeutung der Menschheit in deren rassischen Urelementen…Sie glaubt somit keineswegs an die Gleichheit der Rassen, sondernerkennt mit ihrer Verschiedenheit auch ihren höheren oder minderen Wertund fühlt sich durch diese Erkenntnis verpflichtet,… den Sieg desBesseren, Stärkeren zu fördern, die Unterordnung des Schlechteren undSchwächeren zu verlangen. Sie huldigt damit prinzipiell demaristokratischen Grundgedanke der Natur“, er legte eine kurzeKunstpause ein um seine Worte wirken zu lassen, bevor er fort fuhr:„Sie sieht nicht nur den verschiedenen Wert der Rassen, sondern auchden verschiedenen Wert der Einzelmenschen.“
Nachdem der letzte Satzgefallen war herrschte kurz Stille. Bis Malak: „Für Sigmar“, rief inden alle einfielen. Wieder liefen alle durch einander. Es dauerte etwasbis sie alle wieder auf ihren Positionen waren. Nun endlich konnte derFeind konnte kommen. Sie würden ihm stand halten mit Sigmar an ihrerSeite.


Der Feind kommt:
Narak sahsich um, die Rede von Malak hatte gut getan. Die Moral seinerUntergebenen war wieder etwas gehoben. Das drohende Desertieren einigerSoldaten war abgewendet worden. Und die wenigen die es gewagt hattenDeserteure zu werden waren von ihren eigenen Freunden an das Messergeliefert worden. Vor wenigen Stunden waren die Deserteure nochbewundert worden, jetzt wurden sie nur noch als Feiglinge und Verräteran dem Imperium angesehen. Er wartete nur noch auf Befehle seine103Mann starke Kompanie stand Kampfbereit da. Auch die anderen dreiKompanien mit jeweils 124, 178 und 237Mann waren Kampfbereit. Einenflüchtigen Blick ließ er zu der kleinen Reiterstaffel und denKriegsmaschinen wandern. Die aller anscheinen nach auch nur noch aufdem Feind warteten. Er sattelte auf, die anderen Feldwebel taten es ihmgleich. Im Gefolge seiner Leibwache vom 20schwer gerüsteten Reiternerschien der Feldherr Malak auf dem Feld. Er galoppierte vor seinerArmee her und rief dabei ununterbrochen: „Sigmar!“ In dieses Gebrüllbrachen auch die Krieger ein an denen er vorbei ritt. Als er wieder inder Mitte ankam und sein Schwert Richtung Himmel streckte taten es ihmalle Krieger nach. Es kehrte wieder Ruhe ein. Innerhalb von einerStunde würde die Feindliche Armee sie erreichen.
Langsam wurde diefeindliche Armee größer. Sie wuchs in alle Richtung. Eine grüne Flutdie Alles unter sich verschlang. Mit einem enormen Tempo kam sie näher.Die ersten Pfeile prasselten schon vor den imperialen Kriegern in denBoden…

Der Kampf:
„Wartet“, befahl die autoritäreStimme von Narak. Keiner seiner Krieger rührte sich alle schlugen nurmit ihren Waffen gegen die Schilde. Das donnern der Imperiums- Kanonelies die Erde erzittern. Die erste Welle der Grünhäuter fiel. Dochunablässig rückten sie weiter vor. Ein Ende war immer noch nicht inSicht. Wieder rief Narak: „Wartet, lasst Sie kommen.“ Die Kanonenschossen nun ihre zweite Ladung ab. Die ersten Musketen Schützenbegannen zu feuern, während die Goblins immer weiter vorrückten. Ausihrer linken Flanke brach plötzlich ein Wolfsreitertrupp heraus undschoss auf die Artillerie zu. Die nächste Kugelwelle fuhr auf dieGoblins nieder. Diese waren nun aber auch nahe genug an die Imperialenheran gekommen um die Geschoße mit ihren Bögen zu erwidern. Im laufenschossen sie auf die Imperiale Armee. Wenige Pfeile trafen ihre Ziele.Da der Pfeilregen aber nicht enden wollte wurden es immer mehr. DieOrdensritter preschten nun vor um die Kriegsmaschinen zu schützen,dabei verhinderten sie nur zu ihrem Unglück auch, dass dieKriegsmaschinen weitere Salven verschießen konnten. Narak schrie nocheinmal über den Kampfeslärm hinweg: „Wartet!“
Keiner seiner Soldatenrührte sich von seinem Fleck. Alles andere hätte Narak auch gewundert.Es würde noch etwas dauern bis Chaos ausbrechen würde. Er lies einenflüchtigen Blick zu den anderen Kompanien wandern. Zwei von ihnenbefanden sich schon im Nahkampf, eine weitere wartete auch noch. Narakriss sein Schwert in die Höhe und rief „Jetzt“, als die Goblins nurnoch 30Schritt von ihnen entfernt waren. Seine Schützen schossen. Dieerste Goblinwelle war gebrochen. Nur vereinzelnde Goblins kamen an, dieMeisten aber flohen zurück. Wieder schrie er: „Jetzt“. Die zweite Salveging auf die Feinde nieder. Nur noch 20Schritt waren die Goblinsentfernt als auf sie die dritte Salve niederkehrte. Nur noch 15Schrittbei der vierten Salve. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen Narak rief:„Angriff!“ Die Soldaten liefen im gleich mäßigen Tempo los auf dieGoblins zu. Das einfache Fußvolk steckte schon in der grünen Maße festwährend Narak mit seinem Elitetrupp der aus 20Bihändern bestand weitervorrückte. Wieder sah er sich um. Die Ordensritter hatten den Angriffgewonnen und metzelten sich jetzt weiter durch die grüne,allumschlingende Flut. Malak musste sich auch irgendwo in dem Gefechtbefinden, er konnte ihn aber nicht ausmachen. Mittlerweile waren allevier Kompanien im Gefecht verschlungen. Die zweite war jetzt schon sehrstark dezimiert worden und er machte sich Sorgen um sie. Wieder glittsein Blick zu den Kriegsmaschinen die nun so gut wie ungeschütztdastanden. Er drehte sein Ross und erkämpfte sich Mühsam den Weg zu denKriegsmaschinen. Lange würden deren Wachen den Grünhäutern nicht mehrstand halten können. Wieder lies er sein Blick über das Schlachtfeldkreisen. Langsam verebbte der Ansturm der Grünhäuter. Ein Ende war inSicht. Zum tausensten mal fuhr sein Langschwert einen Goblin über dieKehle und sein Pferd ritt den nächsten nieder. Nach einer halbenEwigkeiten erreichten sie die Kriegsmaschinen. Drei Mörser und eineHöllenfeuer-Kanone waren schon zerstört. Zu seiner linken brach einweiterer seiner Elitesoldaten zusammen. Er überprüfte die Zahl seinerUntergebenen und stellte fest, dass sie auf 6Mann geschrumpft war. Erspürte einen Schlag in die Kniekehle und wäre fast von seinem Pferdgefallen. Er drehte sich um. Zu seinem entsetzen näherte sich ihm eineHorde Schwarzorks. Er wendete sein Pferd und rief für Sigmar seineletzten Männer taten es ihm gleich und stellten sich den Schwarzorksentgegen. Ihre Waffen fuhren auf die Schwarzorks nieder. Doch dieseignorierten einfach ihre Anstrengung und parierten die Hiebe. Jetztstanden nur noch zwei seiner Krieger neben Narak und der eine begann zufliehen. Dem anderen fuhr eine Axt nur Sekunden später in den Kopf.Seinen Zweihänder verzweifelt schwingend drosch Narak auf dieSchwarzorks ein. Doch sie parierten jeden seiner Schläge und ließenihre Äxte auf ihn nieder sausen. Einer durchtrennt sein Bein. Er schrieauf und glitt vom Pferd. Dabei führte er einen verzweifelten Seitenhiebaus. Der Tatsächlich einen der Schwarzorks zu Boden fällte. Er sahgerade noch wie ein umher tanzender Sigmarpriester nach einem riskantenSchlag sein baldiges Schicksal teilte würde bevor er in die ewigeDunkelheit stürzte.


Nach dem Kampf:
„Wirhaben gewonnen“, schrie die Stimme von Malak über den Platz. Doch siefand nur wenig Zustimmung. Die Soldaten murrten und begannen mit derüblichen, aber verbotenen Leichenfledderei. Malak versuchte verzweifeltseiner Stimme Gehör zu verschaffen: „Wir waren Siegreich, sie habenverloren.“ Doch er konnte das murren der Soldaten nicht übertönen. Zugut konnte er sie auch verstehen. Ein Großteil ihrer Armee wargefallen. Jeder Soldat hatte Freunde, Bekannte und Verwandte zubeklagen. Und sie suchten jetzt alle nach bekannten Gesichtern. Auch erließ seine Blicke nach Freunden über die Leichen wandern. Die Ruhe,abgesehen von den ständigen Klagerufen der Menschen wurde erst mit derAnkunft eines Reiters unterbrochen. Der ohne Zögern auf Malak zuritt.Kaum war er angekommen Salutierte er vor ihm und wartete auf Erlaubniszu sprechen, die ihn Malak mit einem Wink erteilte: „Sir, dies war nureine Vorhut eine weitere Streitmacht ist auf dem Weg nach hier.“ Malakerblasste, eine weitere Streitmacht. Die erste hatten sie kaumaufhalten können. Doch schnell fand er die Fassung wieder: „Wannerreichen sie uns?“ Die Stimme des abgehetzten Reiters krächzte nochimmer vor Durst, gab aber sofort die Information weiter: „MorgenMittag.“ Malak lächelte kurz, morgen Mittag würde reichen um allesWichtige vorzubereiten. Jetzt war nur noch eine Frage wichtig: „Wiestark ist die Armee?“ Der Soldat ihm gegenüber gab wieder ohne zuzögern die gewünschte Antwort: „Sie ist mindestens genauso stark wiedie erste Armee. Außerdem besitzt sie Kriegsmaschinen.“ Malak nickte.Jetzt hieß es keine Zeit mehr zu verlieren. Seine Befehle bellten überden Platz: „Andrehten lassen!“ Diesmal echote sein Befehl aus mehrerenMündern wieder, derer die ihre Abteilungen sammeln lassen mussten. DasChaos das nun für die nächsten 10Minuten vorherrschte war Vorauszusehengewesen, aber missfiel Malak trotzdem total.


Missstände in der Armee:
Trotzdem Sieg gegen die Orks und Goblins herrscht Angst und Wut im Lager.Gerüchte über einen Mord an einer Frau, den ein Herold begangen habensollte, machten die Runde. Aber auch beunruhigende Gerüchte über eineweitere nähernde Armee ließen den Unmut wachsen. Wieder drohtenSoldaten zu desertieren. Der Feldherr verlor langsam die Kontrolle überdie Lage. Sollte der Kurfürst hier von Wind bekommen, droht demFeldherrn eine harte Strafe. Wahrscheinlich fühlte Malak sich ausdiesem Grund dazu veranlasst härter durchzugreifen und eine neueVerordnung in seiner nächsten Rede verlauten zu lassen.


Neue Verordnungen:
Endlichhatte er die Kompanien wieder ordentlich vor sich stehen. Er müsste sieneu aufteilen. Aber dies würde er später machen. Als erstes hieß esjetzt die Soldaten wieder gehörig zu machen:
„WIR HABEN EINEN SIEGDAVON GETRAGEN! EINEN GROSSARTIGEN, UNGLAUBLICHEN SIEG! SIGMAR HAT UNSBEIGESTANDEN.“, diese Worte wurden von einem schwachen Applausbegleitet. Nur wenige glaubten an die Worte, dass der Sieg wirklich sogroßartig gewesen war. Aber die Rede wurde fast sofort fortgesetzt:„DOCH NUN VERSUCHEN FEINDE IN UNSEREN EIGENEN REIHEN DEN SIEG IN EINENIEDERLAGE ZU VERWANDELN!“ Diese Worte zogen ein Pfeifen und fragendesGemurmel hinter sich her, das aber sofort wieder verstummt als Malakfortfuhr: „DIESE BESAGTEN PERSONEN SIND NUR DARAN INTERESSIERT DASIMPERIUM ZU ZERSTÖREN! FINDET SIE UND VERNICHTET SIE!“ Die letztenWorte wurden von einem Tobenden Beifall begleitet. Jetzt nach diesenpaar Worten hatte Malak den wankelmütigen Mob wieder auf seiner Seite.Doch er durfte jetzt nicht nachlassen, sonst würde die Stimmung schnellwieder kippen. Deshalb fuhr er fort: „Dem Treiben Imperiums feindlicherOrgane ist mit dem schärfsten Mitteln entgegenzutreten. Gegenschädigende Akte und desertieren ist mit aller Strenge vorzugehen und,wenn nötig, rücksichtslos von der Waffe Gebrauch zu machen. Adlige diein Ausübung dieser Pflichten von der Waffe Gebrauch machen, werden ohneRücksicht auf die Folgen des Waffengebrauchs von mir gedeckt. Werhingegen in falscher Rücksichtnahme versagt, hat Befehlsverweigerungbegangen.“
Der Beifall war Ohrenbetäubend. Die Soldaten feiertenden knapp erreichten Sieg, stärker als sie es bei einem wirklichen Sieggetan hätten. Aber dies reichte Malak nicht, er musste diese Lage auchnoch weiter sichern: „RUHE!“ Langsam verebbte der Lärm. Sodass er fortfahren konnte: „Wir haben heute einen Sieg ohne gleichen davongetragen. Für diesen Sieg dürften wir alle Königlich belohnt werden,wenn wir Nachhause ziehen werden.“ Wieder brach ein Beifallsturm aus,den Malak aber ignorierte. Er sprach einfach weiter: „Doch dieser Siegsoll nicht unserer letzter sein. Morgen wird uns eine kleine weitereArmee von Feiglingen erreichen, die heute zu Feige war mit uns zukämpfen. Sobald wir diese vernichtet haben, können wir als Sieger nachHause kehren!“ Pfiffe wurden lauter, die die vermeintlich feigen Feindeausbuhten. Doch auch diese ignorierte Malak. Er musste das Bandzwischen sich und der Armee noch etwas verstärken, somit verkündete er:„Es gibt eine einfache Möglichkeit heraus zu finden wer unter euch, einVerräter ist.“ Ein fragendes Gemurmel ging durch die Reihen. Nach demauch dieses verstummt war fuhr Malak fort: „Jeder von euch hat vor mirNieder zu knien und dem Imperium einen weiteren Treueid zu leisten. Werhierbei versagt wird als Verräter geachtet.“ Ein zustimmendes raunenging durch die Menge. Die Feldwebel traten vor und sprachen Malak denEid nach: „Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich denKriegsherr, Malak Hohenstolz, dem Oberbefehlshaber der 23Garnision,unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will,jederzeit für diesen Eid zu sterben.“ Diese Prozedur zog sich immerweiter in die Länge, sodass Malak sich schließlich dazu gezwungen sah,alle die ihren Eid schon geleistet hatten zurück an die Arbeit zuschicken. Sie sollten eine Verteidigungsanlage errichten.


Die Entscheidung ist gefallen:
Nurundeutliche hatte Malak das Donnern von Trommeln noch im Ohr. Dochnicht das Trommeln und auch nicht die Zahlreichen gefallenen Kriegerließen ihn Schauder über den Rücken jagen. Nein, alleine durch ihnhatten sie verloren. Er war es gewesen der den Frevel zu desertierenlegitimiert hatte. Er war es gewesen, der im Angesicht desÜbermächtigen Feindes als erster geflohen war und somit seine Armee ineinem heillosen Chaos zurück gelassen hatte. Kaum tauchten am Horizontdie Spitzen der Hüte der Chaoszwerge auf wusste er, dass sie verlorenhatten. Das auf ihn zu rauschende Wesen das vom Himmel aus auf ihnFeuerspeiend hinunter stieß, das Donnern unzähliger Kanonen die dieErde unter ihm erbeben ließen, die Kugeln die Mitten unter ihnenexplodierten, waren vorhersehbar gewesen. Aber nicht das legendenhafteGefährt, das einer Burg gleich auf sie zurollte. Ein Juggernaut hatteer nichts entgegen zusetzen. So war er zu Flucht verdammt. Er floh.Seine Soldaten sahen es, sie hörten es, befehle gingen im Geschreiunter. Unordnung entstand und die Krieger folgten ihm. Mehrere derKanonen blieben Unbemannt zurück. Nur wenigen der Feldwebel gelang esOrdnung in ihre Reihen zu bringen. Sie hatten verloren.


Die tapfersten fallen:
Noreksah entsetzt auf; seine Kameraden; sie flohen ihrem Kriegsherrnhinterher. Sie gaben ihre Hoffnung auf und Opferten ihren Feinden dasLeben ihrer im Lager verbleibenden Familien. Nur wenige blieben nebenihm stehen. Eine kleine Scharr Krieger versammelte sich um ihn herum.Aber Orientierungslos. Er musste etwas unternehmen. Seine Kehle rissfast bei dem Schrei, den sein Mund plötzlich von sich gab: „FürSigmar!“. Nur wenige stimmten in den Schrei ein. Doch trotzdemüberschalte dieser Ruf das Schlachtfeld. 30Krieger erwiderten seinenSchrei und kamen zu ihm hingerannt. Norek wusste würde er jetzt nichtdas Kommando übernehmen wäre alles Sinnlos. Schnell lies er sein Blicküber das Gebiet wandern. Es gab keine wirklichen Verteidigungsanlagen.Die wenigen die sie errichtet hatten waren schon wieder von den Feindenzerstört worden. Sie mussten sich zurück ziehen. Aber wohin? Es gabkeinen Ort. Mit einer unbekannten Kraft die er noch nie gekannt hattestürzte er sich seinen Feinden entgegen. Die Krieger folgten ihm mitdem Schrei auf den Lippen. „Für Sigmar!“
Eine Salve löste sich undvon einem Donnern begleitet entluden sich die Donnerbüchsen. Die Leiberder Soldaten wurden zerfledert doch trotzdem droschen die Kriegerunaufhaltsam vor. Eine zweite Salve ergoss sich über sie und ohne nurden geringsten Verlust zu verspüren waren die Dawi Zharr siegreichgewesen.


Sklavenjagd beginnt:
Wenigengelang die Flucht. Fast alle liefen in die Arme der Sklavenjägerarmee.Die Armee von Hohenstolz war besiegt. Zu Krüppeln geprügelt befand sichdie Heerschar auf dem Weg in die ewige Dunkelheit. In die tiefenVerliese der Dawi Zharr.


Malak Hohenstolz:
„Verlorenhaben wir die letzte Schlacht. Aber den Mut der Imperialen Armee habenwir bewiesen. So schnell wird dieser Abschaum von Dawi Zharr es nichtwieder wagen uns anzugreifen. Doch Rache heißt es noch zu verüben. Zahnum Zahn, jeder Wunde werden wir vergelten. Somit sage ich euch: Nehmtauf Euch des Mannes Bürde. Schickt die Besten, die ihr erzieht hinaus!Lasst sie schwer bewaffnet wachen über eine Menge, wankelhaft und wild-Eure frisch eingefangene…“


Auszüge von Kurfürst Drakenborks Brief:
„…Der einfache Krieger muss zu den Obigen aufsehen mit Achtung undVertrauen als zu einem Höherstehenden… Er soll und darf den Obigenjedoch nicht betrachten, als sei er seinesgleichen. Denn das ist ernicht und daran ändert keine Mission etwas. Somit wäre es ein Frevelohne gleichen Malak Hohenstolz in das Fürstentum zu heben…“


Nachwort:
Dankenmöchte ich allen Personen die mich inspiriert haben und auf derenWissen ich auch aufgebaut habe. Zu ihnen gehören die Philosophen Kantund Einstein, der Literaturnobelpreisträger Kipling, ältereZeitungsartikel von Unbekannten Autoren und leider auch zu erwähnenAdolf Hitler auf dessen Reden ich mich immer wieder bezogen habe.Einige von den Lesern werden eventuell Teile der eingebauten Redenwieder erkennen und sich an die Nazizeit erinnert fühlen, dies tut mirleid. Dies sollte aber auch zu Verschmerzen sein, wenn man den Sinn derBotschaft des Textes entschlüsselt hat.