1.Platz: "Die Herausforderung" von Zementete

Immer wieder hallte der Klang von Eisen, das auf Eisen schlug durch diedunklen Hallen unter Mingol Zharr-Naggrund. Die Hitze hier unten warnahezu unerträglich und Marius konnte sich nur langsam und Schritt fürSchritt vorwärts bewegen. Würde er jetzt hier unten entdeckt, wäre dassicherlich sein Ende. Vorsichtig schob er sich an der Felswand entlang,nur einen schmalen Grat unter seinen Füßen, der ihn von der brodelndenLava trennte, die unter ihm waberte. In einiger Entfernung konnteMarius die Schmiede der Dawi’Zharr beobachten, wie sie ihre grausamenTaten vollbrachten. Mal ums Mal schwangen sie ihren Hammer undbearbeiteten das glühende Metall vor ihnen, neben ihnen dieHohepriester des Hashut, die magische Formeln intonierten um die vonihren Brüdern geschaffenen Kreationen mit unheiligem Leben zu erfüllen.Aus einer der Ecken war ein hallendes Brüllen zu vernehmen, als eineder neu geschaffenen Bestien versuchte, sich von den eisernen Kettenloszureißen, an die die Zwerge sie wohlweislich gefesselt hatten. Eswar eine schreckliche Aussicht und ein normaler Mensch wäre bei diesemAnblick vermutlich dem Wahnsinn nahe gewesen.
Aber Marius warweder irgendein normaler Mensch, noch war er hier um sich in denSchmieden der Chaoszwerge umzusehen. Er war nur hier, weil seinInstinkt als Schatzjäger ihn hierher getrieben hatte… und natürlich diealte Schriftrolle, die er in Altdorf auf dem Schwarzmarkt gekaufthatte. Sie sprach von einem unglaublichen Schatz, der sich in denTiefen unter dem schwarzen Turm befinden sollte. Ein Juwel in der Größeeiner ganzen Hand. Wenn Marius diesen Schatz bergen könnte, wäre ernicht nur der größte aller Schatzsucher in der Geschichte desImperiums, er hätte auch ausgesorgt und müsste sich keinerlei Gedankenmehr über irgendwelche Schulden machen, die er hat. Während er sichweiterhin Schritt für Schritt voranschob, musste er unwillkürlichlächeln. Das war die ultimative Herausforderung, nach der er so vieleJahre gesucht hatte.
Marius hatte schon viele Abenteuer bestanden,fürwahr. Eine Narbe auf seiner linken Schulter erzählte noch heutedavon, wie er einst den Waldelfen einen magischen Bogen entwendet hatteund selbst den starrköpfigen Zwergen hatte er einst ein mächtigesArtefakt gestohlen. Gut, er war seitdem aus Barak Varr verbannt undsicherlich auf diversen Steckbriefen gesucht, aber alleine für denNervenkitzel hatte es sich ausgezahlt. Für ihn gab es keine unlösbarenAufgaben, nur Herausforderungen. Und jetzt hatte ihn diese Überzeugungin die Düsterlande getrieben, in die Hauptstadt der Chaoszwerge. Auchhier würde man einen Schatzjäger seiner Klasse nicht aufhalten! Erhuschte in das Loch in der Wand und nur der überall widerhallende Klangdes Eisens war es, der ihm von der Schmiede blieb, als er in derDunkelheit verschwand…

Diese uralten Gänge der Dawi’Zharr warenanders als alles, was Marius bis jetzt gesehen hatte. Aus dem Obsidianherausgeschlagen, dass in den Städten der Chaoszwerge so allgegenwärtigwar, reflektierten sie nicht den kleinsten Schein von Licht. Es war sodunkel, dass Marius kaum seine eigene Hand erkennen konnte. Es war zugefährlich, selbst eine Fackel anzuzünden, das Risiko entdeckt zuwerden, war viel zu hoch. Also tastete er sich vorwärts, auch wenn dieHitze die von den Wänden abgegeben wurde, an seinen Händen schmerzte.Marius biss die Zähne zusammen und kämpfte sich vorwärts, bis erendlich ein Licht am Ende des Ganges sehen konnte. Mit Erleichterungließ er von den Wänden ab und schlich sich langsam zum Ende des Ganges,dass mit jedem Schritt deutlicher zu erkennen war. Vorsichtig schauteer um die Ecke, aber der Gang, in den er sehen konnte, war leer. Eratmete erleichtert auf. Es war nicht so, dass er nicht für einen Kampfvorbereitet war, aber bei der Hitze hier unten fiel ihm schon jedenormale Bewegung schwer. Er wischte sich den Schweiß aus der Stirn undversuchte, sich im Schatten des Fackelscheins durch den Gang zubewegen, seine dunkel-schwarze Kutte übergeworfen. Ab hier benötigte erseine ganze Konzentration. Würde er jetzt entdeckt werden, könnte dassein Ende bedeuten.
Der Gang machte einen erneuten Bogen, und alsMarius gerade vorsichtig um die Ecke sah, erkannte er, wonach ergesucht hatte. Am Ende des Ganges befand sich eine große Tür, diesicherlich zu den Gemächern eines Despoten oder Zauberer führten. Nureine einzige Wache befand sich davor. Marius nahm seine Pistole ausseinem Rucksack und ließ vorsichtig und leise das Schwert aus seinerScheide gleiten. Ein erneuter Blick zurück in den Gang, aus dem ergekommen war, versicherte ihm, dass ihn keiner hören würde. Er schlossdie Augen für einen kurzen Moment, atmete aus und konzentrierte sich.Er wartete. Klang. Konzentrierte sich auf den Rhythmus. Klang. Dengleichmäßigen, immer wiederkehrenden Rhythmus des Hammerschlags aus derSchmiede. Klang. Er packte er seinen Schwertgriff fester. Klang. Eröffnete seine Augen. Klang.

Mit einem schnellen Satz sprangMarius aus seiner Deckung hervor, und noch bevor der Wächterirgendetwas tun konnte, hatte er seine Pistole abgefeuert. Klang. DerKnall seiner Pistole kam exakt gleichzeitig mit dem Hammerschlag ausder Schmiede und wurde so übertönt. Marius stürmte auf den Zwerg zu,der gerade noch genug Zeit hatte, seine Hellebarde zu fassen und zurParade bereitzumachen. Klang. Marius’ Schwerthieb war schnell undstark, aber dieser kleine Zwerg war hartnäckig. Trotz der klaffendenWunde in seiner Schulter hatte er den Schlag pariert und Marius’ Waffemit der Seinigen abgefangen. Klang. Wut machte sich in den Augen desZwerges breit, als er die Waffe herumdrehte und Marius zu Boden warf.Der Chaoszwerg stürmte auf ihn zu, sein Kampfschrei wurde erneut vomHämmern der Schmiede übertönt. Klang. Marius rollte sich aus dem Wegder Attacke und mit einer schnellen Bewegung führte er seine Klingedurch das Gesicht seines Gegners. Der dumpfe Aufprall eines totenKörpers auf dem steinigen Boden kam zeitgleich mit dem nächsten Schlagaus der Schmiede. Klang.

Marius steckte sein Schwert weg. Eratmete aus und stellte sicher, dass seine Pistole beim nächsten Malwieder einsatzbereit wäre. Dann nahm er die Leiche des Wärters undstellte ihn, auf seine Hellebarde gestützt, wieder vor den Eingang.Niemand sollte gleich merken, was passiert war. Mit aller Kraft schober die Steintür zum Raum dahinter ein Stückchen beiseite und schlüpftehindurch. Von innen verschloss er die Tür erneut. Selbst hier war dasHallen aus der Schmiede zu vernehmen. Es schien, als gäbe es keineneinzigen Ort hier unten, an dem dieses verstörende Geräusch nicht zuhören war.
Marius schüttelte seinen Kopf, um wieder einen klarenGedanken zu fassen und schaute sich um. Vor ihm befand sich ein großerRaum, direkt aus dem Obsidian geschlagen. Es schien wie einzeremonieller Raum. Vor ihm befand sich eine Art Opferalter, dahinterwar der Raum offen und schien auf eine große Halle herabzublicken. Indieser Hallte konnte Marius eine Brücke aus Stein ausmachen, die sichscheinbar ohne Pfeiler in der Luft hielt, trotz ihrer enormen Länge.Links von ihm waren mehrere Regale und Kisten, von oben bis untengefüllt mit verschiedensten Ritualdolchen und Gewändern. Wegen solcherKleinigkeiten war er nicht hier! Vielleicht gab es einen geheimenSchalter oder etwas Derartiges hier. Marius wusste, dass er nicht vielZeit hatte. Auf gut Glück suchen war viel zu riskant, er brauchte eineIdee. Klang. Aber der Schlag der Hämmer machte es schwer, nachzudenken.Er schaute zur Tür. Klang. Hatte er da gerade etwas gehört?
Esblieb keine Zeit. Eilig schnappte sich Marius ein paar der am meistenverzierten Opferdolche, packte sie in seinen Rucksack und eilte zurTür. Klang. Ganz deutlich, da waren Schritte von draußen zu hören. Wassollte er jetzt tun? Klang. Er konnte nicht einfach nach draußenmarschieren, was auch immer dort kam, es war so groß, dass man seineSchritte trotz der Hammerschläge vernehmen konnte. Klang. Er schautesich hastig um, als er eine Stimme direkt vor der Tür vernahm, in einerSprache, die er nicht verstand. Was er aber hören konnte, war die Wutund Erbostheit in der Stimme. Klang. Offensichtlich war er aufgeflogen.Er griff den Enterhaken aus seinem Rucksack. So schnell er konnte, liefer hinter den Altar, sodass er die Halle überblicken konnte. Klang. Nurfür eine Sekunde zögerte er, als er sah, was sich dort aufbot. Unterihm waren tausende und abertausende von Kanonen, den gefürchtetenFlammenmusketen und schwarzen Rüstungen aufreiht. Klang. Es schien, alsrüsteten sich die Chaoszwerge für einen Krieg… nein… schlimmer noch…eine Invasion. Klang. Mit einem lauten Knirschen begann die Tür hinterihm sich zu bewegen. Klang. Marius machte eine geschickte Bewegung undwarf den Enterhaken zu der Brücke, die über der Halle verlief. Klang.Das Geräusch seines sich verhakenden Enterhakens vermischte sich mitdem Schlag des Hammers und dem Knirschen der Steintür. KLANG! Als ersprang und sich das Seil hoch hievte, konnte er an der Tür zwei Wachenerkennen. Aber diese waren es nicht, die ihn beunruhigten. KLANG! EinRiesentaurus, auf dem einer der elenden Zwerge saß, begleitete sie. DerTaurus stürmte in den Altarraum. Seine feuerrote Haut schien regelrechtzu glühen und seine riesigen Schwingen breiteten sich auf eineunglaubliche Spannweite aus. KLANG! Marius hatte sich gerade auf dieBrücke aus massivem Obsidian gerettet, als ihn der Chaoszwerg auf demMonstrum anstarrte, aus hasserfüllten, wütenden Augen. Ein Blick, derselbst Marius durchdrang. Dieser Chaoszwerg war kein ordinärer Zwerg,das musste einer ihrer Anführer sein… ein Tyrann. KLANG! Mit einemrasanten Satz stieß der Riesentaurus aus dem Altarraum und in die Lüfteauf Marius zu. KLANG! Als das Wesen auf der Brücke aufsetze, bebte sieund kleinere Brocken fielen hinab in die Tiefen der Fertigungshallen.KLANG! Marius stolperte und verlor das Gleichgewicht, konnte sich abergerade noch so auf der Brücke halten. KLANG! Der riesige, geflügelteStier lief langsam, aber gezielt auf ihn zu, jeder einzelne Schrittließ die Brücke erzittern. KLANG! Der heiße Atem aus den Nüstern desTieres stieß Marius ins Gesicht, als dieser in einer verzweifeltenAktion sein Schwert herumriss und nach dem Ungetüm schlug. KLANG! Zwarkonnte er den Stier verwunden, aber der Tritt, den er dafür abbekam,schleuderte ihn regelrecht durch das Geländer und von der Brücke und indie Tiefe hinab. KLANG!

Der Chaoszwerg aufseinem Taurus stand siegessicher und lachend auf der Brücke. Wer auchimmer dieses lästige Insekt gewesen war, einen Sturz aus dieser Höheüberlebte niemand. Mit einem Lachen sah er zu, wie dieser Mensch in dieTiefe stürzte. Doch was war das? Der Mensch drehte sich im Fall herumund schleuderte den Haken, mit dem er sich schon zur Brücke geschwungenhatte. Noch bevor er reagieren konnte, traf der metallene Haken seinReittier und grub sich mit einem lauten Schmatzen tief in sein Fleisch.Ein lauter Schrei war die Antwort des Taurus, der vom plötzlichen Ruckzur Seite gezogen wurde. Schmerzerfüllt schrie die Bestie und stieg,selbst er als ihr Meister konnte sie kaum unter Kontrolle halten. DerTaurus ließ sich nicht mehr zurückhalten und stieß von der Brücke. Erflog steil hinab auf den Menschen zu als der Zwerg seinen Streitkolbennahm und bereitmachte. Unter diesem mächtigen Artefakt der Chaoszwergewaren schon ganz andere gefallen. Ein boshaftes Grinsen machte sich imGesicht des Tyrannen breit, als sein Reittier wutentbrannt aufschrieund auf dem Boden vor dem Menschling aufsetzte.
Der Taurus schabtemit einem seiner Hufe auf dem Boden, als er eine Wolke kleiner Funkenaus seiner Nase stob. Langsam senkte er seinen Kopf, um seine Hörnerfür einen tödlichen Angriff bereit zu machen. Der Mensch stand taumelndgerade wieder auf. Immer heftiger zerrte der Taurus an den Zügelnseines Herren bis dieser ihm schließlich nachgab und ihn auf denMenschen zustürmen ließ. Der Chaoszwerg machte sich bereit, mit seinemStreitkolben den finalen Schlag auszuführen. Der Mensch sprang zurSeite, deutlicher schneller und gekonnter als der Tyrann es erwartethatte. Sein Hieb verfehlte den flinken Menschen, der mit einerschnellen Bewegung eine Pistole aus seiner Tasche gezogen hatte unddiese mit einem lauten Knall abfeuerte. Der Taurus strauchelte, einGurgeln kam aus seiner Kehle. Der Mensch hatte offenbar gut gezielt unddie Kehle seines Reittieres getroffen. Mit einem lauten Gurgeln stürzteder riesige Stier und begrub seinen Meister unter sich.

Mariusatmete schwer und schnell. Seine ausgekugelte Schulter brannte wieFeuer und auch wenn er den Sturz mit seinem Enterhaken dadurch hatteabfangen können, so war Marius dennoch verletzt. Die stickige Luft hierunten, die Hitze und dazu die Schmerzen. Es fiel ihm schwer, sich nurauf den Beinen zu halten, aber er musste lebendig hier untenrauskommen. Das war jetzt keine Sache des Geldes mehr… Wenn die Zwergediese Waffen bauten, um ins Imperium einzufallen, dann war das eineernstzunehmende Bedrohung für das ganze Reich! Er musste grinsen.Schwer verletzt, alle Wachen der Festung vermutlich aufgeschreckt… Daswar sie nun, die Herausforderung, nach der er gesucht hatte. Es war ander Zeit, sich ihr zu stellen.
Hastig blickte er sich um. Der Tyrannwar unter seinem monströsen Reittier begraben worden, und selbst wenner dies überlebt haben sollte, so würde es einige Zeit dauern, bis ersich davon befreit haben würde. Marius griff sich eine derFlammenmusketen aus dem Regal, verstaute sie in seinem Rucksack undhumpelte dann so schnell er konnte davon. Wenn jemand wusste, wie manungesehen aus einer Situation wie dieser wieder entkam, dann war esMarius.

Marius war überrascht über sich selbst. Entgegen allerWahrscheinlichkeit hatte er es wieder hierhin zurück geschafft, auf diemeterhohen, äußeren Stadtmauern von Zharr-Naggrund. Unzählige Wachenhatte er überlistet und mehr als einen Hobgoblin getäuscht. DieChaoszwerge waren ein resolutes Volk, aber Marius war sehr erfahren. Erwar jeder Herausforderung gewachsen und diese hier würde garantiertnicht seine Letzte sein. Er müsste nur noch die Mauer hinabsteigen unddann wäre er so gut wie sicher. Seine Schulter schmerzte immer nochfürchterlich, aber es musste einfach irgendwie gehen. Mühsam befestigteer sein Seil an den schwarzen Zinnen und ließ noch einmal seinen Blicküber die weiten Ebenen da draußen schweifen. Ruß und Asche bedeckte dasganze Land, in der Ferne glimmten einige Vulkane rötlich. Es war einharsches Land und schon der Hinweg war hart gewesen. Aber es war jetztmehr als ein Spiel, jetzt war es Marius’ Pflicht heimzukehren und dieanderen zu warnen. Er zurrte das Seil fest und lächelte nochmals ob derpatrollierenden Wache unter ihm. Er wollte sich gerade am Seilherablassen, als eine kratzige, knarzende Stimme hinter ihm erklang.
„Hier geblieben!“ rief sie in einem etwas merkwürdigen Dialekt. Mariusdrehte sich um und sah in das Gesicht des Tyrannen, den er tot unterseinem Riesentaurus geglaubt hatte. Diese Zwerge waren wirklichhartnäckig! Marius zog sein Schwert und ging in Kampfstellung als derZwerg anfing, boshaft zu lachen. Der Tyrann zog etwas hervor. „Ich habeweswegen du eigentlich hier warst… Mensch.“ In seiner Hand hielt er einschwarzes Juwel, so groß wie die Hand des Chaoszwergen selbst. Einunfassbarer Schatz. Kein Schatzjäger der gesamten Alten Welt konnteeinem solchen Reichtum widerstehen, nicht einmal Marius. Er lächelteund sprang mit einem Satz und erhobenem Schwert auf den Tyrannen zu,der nur finster lächelte. Siegessicher führte Marius die Klinge ineiner Finte, mit der er den Zwerg unvorbereitet erwischen würde, alsplötzlich das Juwel in der Hand des Zwergen zu leuchten begann. Esschien, als würde alles um ihn herum urplötzlich nur noch in Zeitlupeablaufen. Marius bewegte sich nur noch Millimeter für Millimeter durchdie Luft, als der alte Chaoszwerg gemütlich ein paar Schritte zur Seitemachte. Marius wollte seinen Schwertarm in seine Richtung bewegen, aberauch hier schien es, als wäre die Luft so dick, dass sein Arm sich kaumbewegte. Marius verstand gar nichts mehr, es war, als hätte der Zwergdie Zeit um ihn herum verlangsamt. Erneut leuchtete das schwarze Juwelauf und von einer Sekunde auf die andere war alles wieder normal.Marius flog mit unverminderter Geschwindigkeit auf eine nun leerePosition zu und drehte seinen Schwertarm zur Seite, viel schneller undstärker als ursprünglich geplant.
Mit einem lauten Klirren undeinem bedrohlichen Knacken rollte Marius’ Körper über den schwarzenBoden der Mauer. Nun, wo kein Ziel für seine Sprungattacke mehr da warund er sich auch noch so unglücklich eingedreht hatte, war seineLandung äußerst schmerzhaft gewesen. Er war mit voller Wucht auf seinemrechten Arm gelandet, das Schwert war ihm regelrecht aus der Handgeflogen und segelte nun mit einem lauten Klackern nach dem anderen dieMauer hinab. Mit aller Mühe richtete er sich auf, um dem Chaoszwerg indie Augen zu schauen. „Ihr Menschen… seid einfach zu schwach…“ sagteder Zwerg, als er auf ihn zukam und seinen runenüberzogenenStreitkolben zückte. „zu neugierig…“ Der Klang des eisernen Schuhs desTyrannen hallte auf dem steinernen Boden wieder, fast wie der Klang derSchmiedehämmer. Klang. Marius lächelte. Klang. Vermutlich war diesesbefremdende Geräusch, das ihn begleitet hatte, seit er hier angekommenwar, das letzte, was er hören würde. Klang. Entkräftet und mutlos sanker zurück auf seine Knie, als seine Beine ihn einfach nicht mehrtrugen. Klang. Der Chaoszwergentyrann baute sich vor ihm auf und holtemit dem Morgenstern aus. Klang. Marius sah noch, wie der Morgensternauf ihn niedersauste, bevor sein Körper regungslos zu Boden fiel. DerChaoszwerg lächelte und drehte sich zum Gehen. Alles, was blieb, wardas Geräusch von Eisen, das auf Eisen stieß, als seine metallenenSchuhe die eisenbeschlagene Treppe hinab stiegen. Langsam. In einemkonstanten Rhythmus.

KLANG!

KLANG!

Klang.

Klang.

Klang.

Klang.